Kurzfassungen ausgewählter Referate der 12. gemeinsamen deutsch-österreichischen Strahlenschutztagung 1998

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Auswirkungen des Mobilfunks auf medizintechnische Geräte

R. Tobisch, W. Irnich
Institut für medizinische Technik, Justus-Liebig-Universität
Gießen, Aulweg 123, 35392 Gießen

Es wurden insgesamt 224 Geräte untersucht. Vorrangig waren es Geräte der Infusionstechnik, Defibrillatoren, HF-Chirugiegeräte, Beatmungs- und Narkosegeräte, Herz-Lungenmaschinen, Inkubatoren, Dialysegeräte, externe Herzschrittmacher und Geräte zum Patientenmonitoring. Als Störquelle wurden Mobiltelefone des C-, D- und E-Netzes und DECT-Schnurlostelefone benutzt. Diese wurden mit eigens dazu bereitgestellten Basisstationen betrieben und in die Nähe der medizintechnischen Geräte gebracht.

Von den untersuchten Geräten waren 30% auch bei geringstem Abstand nicht zu beeinflussen. Läßt man die Auto-Einbaugeräte (Portables) außen vor und berücksichtigt nur die Handgeräte (Handys), so waren rund 50% der Geräte nicht zu beeinflussen. Eine unmittelbare Gefahr für den Patienten unter realistischen Bedingungen besteht bei 6% der Geräte durch Handys. Vergrößerte man den Abstand zwischen dem Mobiltelfon und dem getesteten Gerät, so ist oberhalb von 1m durch D- und E- Netz-Handies und durch DECT-Schnurlostelefone kein Gerät mehr derart zu stören, daß es eine Gefahr für den Patienten bedeutete. Durch ein C-Netz-Handy waren oberhalb von 1m lediglich ein Apnoemonitor und ein Beatmungsgerät so zu stören, daß es von uns als bedrohlich eingestuft wurde. Pikanterweise wird der Apnoemonitor auch in Privathaushalten benutzt, und das Beatmungsgerät ist speziell für Rettungswagen konstruiert. In beiden Fällen ist ein enger Kontakt mit einem unkundigen Handy-Benutzer nicht auszuschließen.

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Strahlenbelastung bei der Spect-Diagnostik mit F-18-Fluorodeoxyglucose

C. Haas, E. Hillbrand1), H. Fritzsche1) u. 2)

In der nuklearmedizinischen Abteilung des Landeskrankenhauses Feldkirch werden seit Februar 1995 SPECT-Untersuchungen mit F18-Fluorodeoxyglucose (FDG) mit einer konventionellen Zweikopf-Gammakamera durchgeführt, die mit speziellen Hochenergiekollimatoren ausgerüstet ist. Es werden wöchentlich durchschnittlich 5 Hirn-Studien mit einer Aktivität von 300 MBq F18-FDG und 900 MBq Tc99m-HMPAO (Doppelisotopenstudien) sowie 4 Herz-Studien mit 300 MBq F18-FDG und 550 MBq Tc99m-MIBI durchgeführt. Weiters werden mit geringerer Frequenz (maximal 1 Aufnahme pro Woche) onkologische Untersuchungen zur Tumorlokalisation mit einer Aktivität von etwa 300 MBq F18-FDG vorgenommen.

Durch Orts- und Personendosismessungen wurde die Strahlenbelastung für das Personal bei typischen Tätigkeiten im Rahmen der Diagnostik mit F18-FDG ermittelt. Für die angegebenen Patientenzahlen ergibt sich eine mittlere monatliche Dosisbelastung von 145 µSv bei der Radionuklidpräparation, von 190 µSv bei der Radionuklidapplikation, von 120 µSv bei der Patientenbetreuung und 180 µSv bei der Aufnahmevorbereitung an der Kamera. Im Rahmen der physikalischen Überwachung des Personals wurde seit der Einführung der Methode ein mittlerer Anstieg der Monatsdosis bei den mit F18-FDG beschäftigten Personen von 170 µSv (Ärzte) beziehungsweise 190 µSv (RTA) festgestellt. Die Körperdosis für das Personal liegt trotz dieser zusätzlichen Strahlenbelastung noch deutlich unterhalb der gesetzlich zulässigen Grenzwerte.

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Strahlenschutzaspekte der PET

K. Kletter, Klinik für Nuklearmedizin, Universität Wien

Die Positronenemissionstomographie (PET) findet heute zunehmend auch klinische Anwendung, wobei onkologische, neurologische und kardiologische Fragestellungen im Vordergrund stehen.

Im Vergleich zur konventionellen Nuklearmedizin entstehen durch die härtere Gammastrahlung von 511 keV und durch die bei Herstellung eigener Radiopharmaka hohen Aktivitätsmengen (bis zu 10 GBq) strahlenschutzmäßige Besonderheiten. Andererseits weisen die meist verwendeten PET-Radionuklide eine kurze physikalische Halbwertszeit und geringe Radiotoxizität auf.

Messungen außerhalb des Zyklotronbunkers zeigen, daß durch die entsprechenden baulichen Maßnahmen bei einem medizinischen Kompaktzyklotron (18 MeV Protonen, Negativionenmaschine) ein Austritt von Neutronen und Gammastrahlung nahezu komplett verhindert wird.

Im Bereich der Heißen Chemie wurden nur dann höhere Personendosen gemessen, wenn einzelne Arbeitsvorgänge nicht automatisierbar waren. Es wurden lokale Strahlendosen an den Händen zwischen 5 mSv und 65 mSv im Monat gemessen. Die Ganzkörperwerte lagen unter 0,5 mSv.

Für Personal im Bereich der Bildgebung lagen die Werte nur wenig über jenen für vergleichbare Personen im Bereich der konventionellen Nuklearmedizin. Dabei wurden jedoch ausschließlich Untersuchungen mit F18-FDG durchgeführt und nur ausnahmsweise Manipulationen am Patienten nach der Tracerapplikation vorgenommen.

Die bei PET-Untersuchungen auftretende Exposition der Patienten liegt in vergleichbarer Höhe oder sogar unterhalb jener von vergleichbaren Methoden mit ionisierender Strahlung. Die Effektivdosis liegt ausnahmslos unter 10 mSv und somit niedriger als bei den meisten CT-Untersuchungen.

Auf Grund der kurzen Halbwertszeiten von C11, N13, O15 und F18 muß kein flüssiger und fester radioaktiver Abfall aus dem Bereich entsorgt werden. Gasförmiger radioaktiver Abfall stellt wegen der restriktiven Strahlenschutzbestimmungen ein Problem dar, und kann zu Betriebsbehinderungen führen.

Unsere bisherigen Erfahrungen lassen für die klinische Routineanwendung der PET keine oder keine wesentliche Erhöhung der Strahlenbelastung für Personal oder Patient erwarten. Dies ist jedoch auf mögliche wissenschaftliche Untersuchungen mit aufwendigen chemischen Synthesen und quantitativen Verteilungsstudien an Patienten nicht übertragbar.

In Hinsicht auf die Unweltbelastung weisen PET-Radionuklide gegenüber vielen Radionukliden der konventionellen Nuklearmedizin Vorteile auf.

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Radioaktive Kontamination des Krankenhausabwassers - Ergebnisse über einen Beobachtungszeitraum von 4 Jahren

E. Hillbrand1), M. Wagner1), H. Fritzsche1) u. 2)

In der Nuklearmedizin ist es unvermeidlich, daß radioaktive Stoffe mit dem Abwasser abgegeben werden. Bei Therapiestationen sind deshalb Abklinganlagen zur Rückhaltung der Radioaktivität im Abwasser üblich, aber auch bei größeren Nukleardiagnostikeinrichtungen wird über Abwassermaßnahmen diskutiert. Leider fehlen sehr oft Informationen darüber, welcher Anteil der verabreichten Aktivität in das Abwasser gelangen. Dieser Beitrag präsentiert Daten, die als Grundlage für die Abschätzung der Abwasserkontamination in ähnlich gelagerten Fällen dienen können.

Am Landeskrankenhaus Feldkirch wird täglich bei der Einleitung des Abwassers in das öffentliche Kanalnetz eine Abwasserprobe gezogen und mit einem Gammaspektrometer die Konzentration der verwendeten Radionuklide im Tagesdurchschnitt bestimmt und mit dem Abwasservolumen die Gesamtabgabe pro Tag errechnet. Die Ergebnisse dieser Messungen im Beobachtungszeitraum vom 30.9.93 bis zum 31.12.97 werden den an ambulante und stationäre Patienten verabreichten Aktivitäten gegenübergestellt. Von der verabreichten Aktivität gelangten an 95% der Tage im Beobachtungszeitraum weniger als 2% J131, 16% Tc99m, 3% Tl201 und 60% J123 in das Abwasser. Die lückenlose Überwachung über einen Zeitraum von 4 Jahren beweist, daß die höchstzulässigen Konzentrationen von Nukliden im Abwasser weit unterschritten werden. Das Abwasservolumen und die verbrauchte Aktivität allein reichen für eine Abschätzung der Abwasserkontamination nicht aus.

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Digitale Projektionsradiographie mittels Festkörperdetektoren aus Cäsiumjodid und amorphem Silizium- Aspekte des Strahlenschutzen

M. Völk, M. Strotzer, J. Gmeinwieser, R. Fründ, St. Feuerbach
Institut für Röntgendiagnostik, Klinikum der Uni Regensburg
93042 Regensburg, Deutschland

Festkörperdetektoren auf der Basis von Cäsiumjodid und amorphem Silizium stellen eine neuartige Technologie auf dem Gebiet der Projektionsradiographie dar. Die Röntgenstrahlung wird zunächst in einem Thallium-dotierten Szintillator aus Cäsiumjodid in optische Photonen konvertiert. Diese treffen anschließend auf eine Matrix mit Photodioden aus amorphem Silizium. Hier werden die Photonen absorbiert und in elektrische Ladung gewandelt. Nach Verstärkung werden die Signale analog-digital gewandelt. Der digitale Rohdatensatz wird auf einer speziellen Hardware Plattform online korrigiert und steht nach wenigen Sekunden am Bildschirm zur Befundung zur Verfügung. Bei Bedarf erfolgt die Dokumentation mit Hilfe einer Laserkamera. Mit Hilfe verschiedener Phantommodelle wurde die Nachweisbarkeit von Fremdkörpern, Frakturen, Osteolysen und künstlichen pulmonalen Läsionen vergleichend untersucht. Außerdem erfolgte eine prospektive klinische Evaluierung an 120 Patienten mit insgesamt 400 Skelettuntersuchungen.

Nach den bisherigen Ergebnissen ist diese neue Technologie sowohl für die Skelett- als auch für die Thoraxdiagnostik geeignet. Aufgrund der hohen DQE ist in der Skelettradiographie ein Dosiseinsparungspotential von bis zu 75% gegenüber den konventionellen Folien-Foliensystemen in Abhängigkeit von der klinischen Fragestellung denkbar (z.B. Stellungskontrollen bei Frakturen oder nach Osteosynthese, Funktionsaufnahmen, orthopädische Messaufnahrnen). In der Thoraxdiagnastik scheint ein Dosisein-sparungspotential von 50 % zu bestehen. Durch den hohen Dynamikumfang dieser Detektoren (>1:6000) lassen sich Fehlbelichtungen und damit verbundene Wiederholungsaufnahmen weitgehend verhindern. Diese Faktoren lassen bei Einführung dieser Technologie eine Reduktion der diagnostischen Strahlenexposition der Bevölkerung erwarten.

1) Abteilung für medizinische Physik, LKH Feldkirch, Carinagasse 47, 6800 Feldkirch
2) Abteilung für Nuklearmedizin, LKH Feldkirch, Carinagasse 47, 6800 Feldkirch

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Stand: 27.09.2007 16:02:55 [Webmaster VMSÖ]