Warnung vor Rissen bei Strahlenschutzschürzen
Sehr geehrte Damen und Herren!
In den letzten
Monaten wurden bei einem interventionell tätigen Kardiologen in unserem
Haus im Rahmen der physikalischen Überwachung zunächst leicht, später
jedoch zunehmend deutlich erhöhte Strahlendosen am Körperstamm gemessen.
Im Zuge der deswegen durchgeführten Recherchen hat sich herausgestellt,
daß die Ursache in einer Rissbildung in seiner Strahlenschutzschürze gelegen
sein dürfte. Es handelt sich dabei um ein in den U.S.A. hergestelltes
Produkt namens Xenolite (by Dupont Technology) der Firma Lite Tech,
Inc., 2nd and Depot Streets, Bridgeport, PA 19405, das in Österreich von
der Firma Siemens vertrieben wird (wurde).
In der Folge wurden sämtliche Schürzen unseres Hauses einer Durchleuchtung
unterzogen, wobei sich zeigte, dass in zahlreichen älteren Schürzen kleinere
Defekte (Löcher mit 1-2 mm Durchmesser), jedoch in überdurchschnittlich
vielen Xenolite Schürzen kleinere Risse festzustellen waren. Diese Schürzen
waren (zumindest zum Teil) erst 1997 oder später angeschafft worden. Da
im Gegensatz zu Lochbildungen bei Rissen davon auszugehen ist, dass
diese sich rasch vergrößern und damit die Schutzwirkung dieser Schürzen
nicht gewährleistet scheint, haben wir sämtliche Schürzen, die Rissbildungen
aufwiesen aus dem Verkehr gezogen. Von einem Gesamtbestand von 54 Xenolite
Schürzen mussten 18 (=1/3!!) ausgeschieden werden. Von den übrigen Bleischürzen,
die fast durchwegs älteren Datums und teilweise schon 20 Jahre in Verwendung
waren, mussten hingegen nur 19% ausgeschieden werden.
Da anzunehmen ist,
dass diese Rissbildungen nicht nur bei den an unser Haus gelieferten Schürzen
auftreten, scheint es mir wichtig, alle strahlenanwendenden Institute,
die sich der unter Umständen irrigen Meinung hingeben, durch die Strahlenschutzschürzen
ausreichend geschützt zu sein, über die Möglichkeit des Auftretens dieses
Mangels zu informieren. Deshalb habe ich mir erlaubt, Sie davon in Kenntnis
zu setzen.
Wir haben jedenfalls für unser Haus die Konsequenzen gezogen und angeordnet,
dass alle Strahlenschutzschürzen ab sofort einmal jährlich mittels Durchleuchtung
auf Rissbildungen oder Löcher zu untersuchen sind. Bemerkenswert ist,
dass es bisher, abgesehen von einer Sichtkontrolle, keinerlei Richtlinien
oder Empfehlungen für die Überprüfung von Schürzen gibt.
OA Dr. Wolfgang Fröhler
Der Strahlenschutzbeauftragte für das Krankenhaus Wels
Stand: 27.09.2007 16:02:32 [Webmaster VMSÖ]